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Schlagseitensonner mit Frostschutz im Blut

Wenn die ersten Zitronenfalter wie fliegende Zitrusfrüchte durch den Wald flattern, ist der Frühling nicht mehr fern. Gonepteryx rhamni gehört zu den wenigen heimischen Tagschmetterlingen, die bei uns überwintern und schon an warmen Märztagen aktiv sind. Nur die Männchen sind zitronengelb gefärbt, die Weibchen begnügen sich mit einem schlichten, weißgrünen Brautkleid. Die befruchteten Eier werden im April an Faulbaum oder Kreuzdornarten abgelegt. Die Raupen sind eigenwillige Feinschmecker und fressen nichts anderes. Danach stirbt die Elterngeneration, doch schon im Juni schlüpfen die ersten neuen Falter. Für die jungen Schmetterlinge dauert die Sommerparty nur wenige Tage, anschließend wird bis in den Herbst hinein gechillt und erst wenn die Tage wieder kühler werden, flattern und futtern sie ein zweites Mal aktiv herum. Für den Winterschlaf rüstet sich der robuste Falter, indem er so viel Flüssigkeit wie möglich ausscheidet und gleichzeitig das Frostschutzmittel Glycerin im Blut anreichert. Nur so kann er die kalte Jahreszeit fast ungeschützt in der Vegetation überstehen. Damit ist Gonepteryx einer unserer zähesten und langlebigsten Tagfalter und kann das für einen Schmetterling hoch betagte Alter von zwölf Monaten erreichen. Damit beweist der Zitronenfalter: Viel Schlaf im Winter und Sommer verlängert das Leben.

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