The fairy herb

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The fairy herb

Die Mondraute (Botrychium lunaria) ist etwas ganz besonders und nur wenige Menschen kennen diese seltene Farnpflanze. Da der Farn nur langsam wächst und sehr empfindlich auf den Eintrag von Dünger reagiert, gehen die Bestände in Mitteleuropa kontinuierlich zurück. Seinen Namen verdankt die Mondraute der Form ihrer Farnwedel oder aber – was spannender ist - dem mittelalterlichen Aberglaube, dass die Blätter im Mondschein zu leuchten beginnen.

Vielleicht inspirierte das mystische Kraut auch Otfried Preußler als er den Kasperl bei Mondschein auf die Suche nach dem dann silbrig leuchtenden Feenkraut schickte, mit dessen Hilfe sich die Unke wieder in ihre wahre Feengestalt zurückverwandeln ließ.

Wie alle Farne bildet die Mondraute keine Blüten aus, sondern sogenannte Sporangien in denen sich die Farnsporen befinden. Bei den Farnen auf der Abbildung handelt es sich um junge Pflanzen bei denen die Sporangien noch nicht fertig ausgebildet sind und eng an der Sproßachse anliegen. Das links stehende Exemplar war nur zwei Zentimeter hoch und entsprechend groß war meine Freude, als ich diesen zauberhaften Winzling am Fuße einer Blockhalde entdeckte.

Narzissen

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Poet’s Narcissus or Pheasant’s Eye (Narcissus poeticus)

Weißt du noch, wie weiß, wie bleich
in den Maiendämmerungen,
wenn ich lag, von dir umschlungen,
dir zu Füßen hingerissen,
um uns schwankten die Narzissen?


Weißt du noch, wie heiß, wie weich
in den blauen Juninächten,
wenn wir, müde von den Küssen,
um uns flochten deine Flechten,
Düfte hauchten die Narzissen?

Wieder leuchten dir zu Füßen,
wenn die Dämmerungen sinken,
wenn die blauen Nächte blinken,
wieder duften die Narzissen.
Weißt du noch, wie heiß? wie bleich?

Richard Fedor Leopold Dehmel (1863-1920)