Kein gestrandetes Ufo

geschrieben am von Uwe Krüger in infofotos

Kein gestrandetes Ufo

Kein gestrandetes Ufo mit fliegenähnlicher Besatzung aber doch ein Exot in unserer Fauna: Der Signalkrebs Pacifastacus leniusculus wurde in den 60er Jahren aus Nordamerika eingeführt, um einen Ersatz für den heimischen Edelkrebs (Astacus astacus) zu schaffen, dessen Bestände in Deutschland fast flächendeckend von der Krebspest dahingerafft worden sind. Die Krebspest wird durch den Schlauchpilz Aphanomyces astaci ausgelöst, dessen Sporen sich im Körper des befallenen Edelkrebses ausbreiten und zu einem Multifunktionsversagen lebenswichtiger Organe führen. Der Signalkrebs und alle anderen amerikanischen Krebsarten sind resistent gegen die Krankheit, gleichzeitig aber Überträger der Pilzsporen und damit hoch infektiös für den heimischen Edelkrebs. Außerdem ist der Signalkrebs in der Lage, über Land von einem Gewässer in ein anderes zu wechseln, so dass er sich rasch ausbreitet und dort wo er vorkommt alle anderen Krebsarten zurückdrängt. Man sollte ihn deshalb auch nicht im Gartenteich halten. Einmal infizierte Gewässer können nur dann für die Besiedelung durch den Edelkrebs wiedergewonnen werden, wenn es gelingt, sämtliche Fremdkrebse daraus zu entfernen. Dies ist in naturnahen Fließgewässern aber so gut wie unmöglich. Der Name des Signalkrebses bezieht sich auf die großen, weißblauen Flecken am Scherengelenk. Außerdem ist die Unterseite der Scheren auffällig rot gefärbt, wobei die möglichen Farbverläufe von einem hellen Orange bis zu einem dunklen Rostrot reichen können.

Das Bild zeigt die Überreste einer Krebsmahlzeit am Ufer des Elzbach, die dort nicht vom Fotografen hinterlassen wurde, sondern von einem unbekannten Fressfeind. Übrigens sollen die Krebse gekocht in Wasser oder einer Bouillon ganz vorzüglich schmecken. Was wiederum ein gutes Beispiel dafür ist, dass man fast allem auch eine positive Seite abgewinnen kann.