Herbst auf dem Breitenstein

geschrieben am von Uwe Krüger in infofotos

Rund um den Breitenstein gibt es herrliche Wanderwege

Südöstlich von Eberbach erhebt sich der Schollerbuckel vom Neckarufer bis auf spaziergängerfreundliche 318 Meter über den weit entfernten Meeresspiegel. Diese kleine Erhebung im südlichen Odenwald ist besser bekannt als Breitenstein. Genau hier floss vor geschätzten 600.000 Jahren - ein Zeitraum der erdgeschichtlich kaum mehr als ein Augenzwinkern ist - der Neckar in einer breiten Schleife. Im Laufe der Jahrtausende hob sich das Gebirge an und die Flußschleife wurde vom erodierenden Hauptstrom abgetrennt. Der Breitenstein ist also ein ehemaliges Stromtal und aus der Luft (oder mit Hilfe von Karten) kann man den ehemaligen Flußverlauf auch heute noch gut erkennen.

Folgt man dem Wanderweg 3 erreicht man die schaurig-schöne Teufelskanzel, eine steil abfallende Kante über dem ehemaligen Steinbruch Kranichsberg, dessen rotfeiner Buntsandstein sogar für das Heidelberger Schloss Verwendung fand. Von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick über den Neckar und die Staustufe von Rockenau. Der Wald wird schon seit Jahren nicht mehr regelmäßig bewirtschaftet, so dass ein strukturreicher Eichen-Hainbuchenwald entstehen konnte.

Fotografisch gibt es auf dem Breitenstein sowohl für Tier- als auch für Landschaftsfotografen viel zu entdecken. Sogar nach dem herbstlich bunten Farbenfest bleibt es interessant: Wenn das Laub gefallen ist, dominieren die kahlen Baumstämme und damit Linien und Formen. Wechselt man jetzt von der Farbfotografie nach Schwarz-Weiß lassen sich Strukturen ganz bewusst hervorheben und betonen. Früher musste man dazu in teure Schwarzweiß-Filme investieren. Heute geht das per digitalem Füllhorn ganz leicht nachträglich am Computer wie dieses original Farbfoto beweist.